„Drei Fragen an“ Pater Coelestin Nebel O. Cist.

Pater Coelestin Nebel O. Cist. ist seit 2011 Mitglied des Zisterzienserordens. Zusätzlich studierte er Forstwirtschaft an der Universität für Bodenkultur, leitet die beiden Forstwirtschaftsbetriebe des Stifts Heiligenkreuz und ist einer von drei Geschäftsführern der Klosterwald Verwaltungs GmbH.

In unserer Rubrik „3 Fragen an“ erklärt uns Pater Coelestin unter anderem, wie es zu der spannenden Kombination Mönch und Forstwirtschaft gekommen ist und was ihn dazu veranlasst hat, dem Zisterzienserorden beizutreten.


Pater Coelestin, Sie sind Mitglied des Zisterzienserordens und Mönch “usque ad mortem, bis zum Tod”. Was hat Sie zu diesem Schritt bewegt?

Die Sehnsucht, mich in meinem Leben noch intensiver mit Gott zu verbinden und für seine Kirche da zu sein. Der heilige Benedikt, der vor ca. 1.500 Jahren unsere Ordensregel geschrieben hat, meinte, dass die Mönche vor allem Gott suchen sollen. Diesen Auftrag hat eigentlich jeder… und jeder kennt diese Sehnsucht, diese Unruhe, dieses Suchen im Herzen, welches durch nichts in der Welt wirklich ganz gestillt werden kann. Ich habe mich entschlossen, dieser Sehnsucht zu folgen.


Zudem haben Sie an der BOKU (Universität für Bodenkultur) Forstwirtschaft studiert und mit dem Titel Diplomingenieur abgeschlossen. Wie kam es zu dieser, für den Außenstehenden auf den ersten Blick ungewöhnlichen, Kombination Mönch und Forstwirtschaft?

Der heilige Markgraf Leopold III. von Österreich hat im Jahre 1133 den Zisterziensermönchen „am Sattelbach“ eine Stätte zur Klostergründung angewiesen und ihnen das gesamte Land im Umkreis anvertraut, „dass es sie stützt, wie ein Stock die Weinpflanze“. Seit 1133 leben ununterbrochen Mönche am Sattelbach in Heiligenkreuz, um hier die Sehnsucht nach Gott wachzuhalten und für die Menschen da zu sein. Die umliegenden Wälder, Wiesen und Felder schaffen dafür die Voraussetzung. Um diese Güter auch gut bewirtschaften zu können, entschlossen mein Abt und ich, dass ich dafür eine akademische Ausbildung erhalten soll. Ja, es war ein ungewöhnlicher Schritt, doch die Entscheidung war gut. Gott und Mensch, Schöpfer und Schöpfung, Kult und Kultur, Natur und Kreatur… all diese Dinge gehören einfach zusammen und müssen zusammen gesehen und erhalten werden.


Neben der Verantwortung für die Forstwirtschaftsbetriebe des Stifts Heiligenkreuz sind Sie als Mitglied der Geschäftsführung auch für den Klosterwald verantwortlich. Wie kombinieren Sie diese beiden Positionen und was war Ihre schönste Erfahrung seitdem der Klosterwald eröffnet wurde?

Diese beiden Aufgaben lassen sich gut verbinden. Es geht letztlich immer darum, schöne, stabile und vitale Wälder zu erhalten, die dann auch einen unverzichtbaren Beitrag für die gesamte Bevölkerung leisten. Der Klosterwald ist ja für die Menschen da. Im Klosterwald steht der Mensch und das Leben im Mittelpunkt. Ich freue mich jedes Mal unglaublich, wenn hier, im Schatten des Kirchturmes, im Klosterwald, die Menschen eine besondere Erfahrung machen. Den Schöpfer in der Schöpfung finden und erspüren können, wenn die Sehnsucht, Antworten auf die eigenen Fragen zu finden, hier ein wenig gestillt wird.



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