„Drei Fragen an“ Pater Ferdinand Zwettler OCist

Aktualisiert: Apr 27


Im August 1985 ist P. Mag. Ferdinand Zwettler OCist dem Stift Heiligenkreuz beigetretet. In der Folge machte der gebürtige Wiener seinen Magister in Theologie an der Hochschule Heiligenkreuz. 1995 folgten die Priesterweihe und unterschiedlichste Aufgaben in verschiedenen Positionen. Wie es zu diesem Werdegang kam, welche Erfahrungen er bei den von ihm begleiteten Beisetzungen im Klosterwald gemacht hat und woher seine Begeisterung für Latein und Griechisch kommt, erklärt uns Pater Ferdinand in unserer Rubrik „Drei Fragen an“.


Pater Ferdinand, Sie sind seit mehr als 25 Jahren Mitglied des Zisterzienserordens. Was hat Sie damals zu diesem Schritt bewegt und gibt es eine Geschichte, die Sie in dieser Zeit besonders bewegt hat?

Es waren Menschen und Begegnungen, die diesen Weg geprägt haben. Bereits in meiner Volksschulzeit gewannen eine Religionslehrerin und ein Priester mein Herz für Jesus und die Beichte. In meiner Jugend wurde daraus dann eine Berufung. Meine Klavierlehrerin war es, die mich für die Theologie begeisterte. Dann begegnete ich Pater Bernhard. Er lud mich nach Heiligenkreuz ein und ich kam, sah, und war angekommen.

Heute kann ich sagen, es war ein Berufungserlebnis zum Priestertum. Mein Leben ist durch den Glauben so glücklich geworden, das will ich gerne weitergeben.


Ihnen wird eine Begeisterung für die alten Sprachen, Latein und Griechisch, nachgesagt. Woher kommt diese Begeisterung?

Um ehrlich zu sein war ich in beiden Sprachen zu Beginn sehr schlecht. Ein Lehrer sagte mir damals: „Lernen Sie alles in Ruhe, aber wenn Sie es am Ende des Schuljahres nicht können: dann mach´ ich Sie fertig.“ Ich war dadurch zunächst ziemlich erledigt. Doch schon am Heimweg von der Schule wurde mir klar: „Ich liebe diese Sprachen, ganz egal, was mein Professor sagt.“ Heute helfe ich Studenten in beiden Sprachen in Form eines Einstiegskurses an der Hochschule.

Als Priester haben Sie bereits einige Beisetzungen im Klosterwald begleiten dürfen. Was macht den Klosterwald aus Ihrer Sicht besonders und wie waren Ihre Erfahrungen mit den Hinterbliebenen?

Der Klosterwald bietet eine Atmosphäre, in der man über die Geheimnisse von Sein und Zeit, von Leben und Ewigkeit nachdenken kann. Bildlich gesprochen spricht der Klosterwald zu den Menschen und das tut den Hinterbliebenen einfach gut. Für mich als katholischen Priester ist es eine sehr schöne Aufgabe innerhalb der Vorbereitungen einer Beisetzung Anteil am Leben der Verstorbenen bzw. des Verstorbenen zu nehmen. Die Angehörigen schenken mir in dieser Zeit sehr viel Vertrauen und große Dankbarkeit für die menschliche Nähe. Es entsteht eine Beziehung, die auch nach dem Ende der Trauerfeier noch Bestand hat. Ich bete täglich für unsere Verstorbenen, speziell für all jene, die ich beerdigt habe.


Bild (Copyright Klosterwald Verwaltungs GmbH 2021)

176 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen