Warum absterbende Bäume gute Bäume sind

Der Wald liefert Holz und Sauerstoff. Er bindet CO2 und regelt den Kreislauf des Wassers. Er gibt vielen Tier- und Pflanzenarten einen geschützten Raum zum Leben. Aus diesem Grund ist eine der wichtigsten Vorgaben für die Gestaltung unsere Klosterwälder, dieses Ökosystem zu schützen.

Eine einfache und effektive Maßnahme ist der Erhalt von Totholz. In unseren Klosterwäldern werden absterbende Bäume, insofern sie aufgrund ihrer Position und Lage keine Gefahr darstellen, erhalten. Totholz dient als Nahrungsquelle, Lebensraum und Brutstätte für eine Vielzahl von Tieren und Insekten. Spechte ernähren sich beispielsweise von den Insekten unterhalb der Rinde und bauen gleichzeitig Spechthöhlen, in denen sie ihren Nachwuchs großziehen.

Zudem liefern absterbende Bäume wichtige Nährstoffe für den Waldboden. Ein nährstoffreicher Boden fördert das Wachstum der Bäume. In Blättern, Nadeln und Rinde sind besonders viele Nährstoffe. Das organische Material wird durch die Mikroorganismen schneller zersetzt und der Boden zusätzlich durchlüftet und aufgelockert. Dadurch kann der Waldboden mehr Wasser speichern, wodurch die Bäume schneller wachsen und weniger anfällig für Schäden sind.

Absterbende Bäume sind gute Bäume und bedeutsam für die Entwicklung des Waldes.

Diese Meinung vertritt auch Frau Markgraf, die sich bei der Baumauswahl für ihren verstorbenen Lebenspartner im Klosterwald Wien Kahlenberg von der Kombination Jung und Alt hat inspirieren lassen. "Ich habe mich für eine junge, kräftige Buche entschieden, da sie als Seelentröster gilt und gleichzeitig Kraft und Geborgenheit ausstrahlt. Zudem war dieser Baum von Totholz umgeben, was für die Zeitlosigkeit und Gegenwärtigkeit des Seins steht. Absterbende Bäume und das daraus wieder entstehende Leben, bedeuten für mich im Einklang mit dem Lebenskreislauf und dem sensiblen Ökosystem zu sein.“


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