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Bestattungsvorsorge ist Frauensache

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Katharina Leb

2026-03-084 Minuten

Vorsorge beginnt mit Mut und Liebe

Es braucht Mut, sich mit dem eigenen Lebensende zu beschäftigen.
Und es braucht Herz, dabei zuerst an andere zu denken.

Viele Frauen tun genau das. Sie setzen sich bewusst mit ihrer letzten Ruhestätte auseinander – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung und Fürsorge. Sie möchten Klarheit schaffen, entlasten, vorbereiten.

Rund um den Weltfrauentag wird sichtbar, was sonst oft selbstverständlich erscheint: Diese Stärke ist keine Nebensache – sie ist ein Ausdruck gelebter Selbstbestimmung.

Ein deutlicher Trend im Bestattungswald Klosterwald

Im Bestattungswald Klosterwald sehen wir ganz deutlich: Rund 60 % der Menschen, die an einem der sieben Standorte bereits zu Lebzeiten ihre letzte Ruhestätte auswählen, sind Frauen. Auch aktuelle Umfragen einer Helvetia-Studie bestätigen diese Erfahrung: Deutlich mehr Frauen als Männer setzen sich aktiv mit ihrem eigenen Lebensende auseinander.

In der Praxis zeigt sich, was viele aus ihrem Alltag kennen: Häufig sind es Frauen, die in ihren Familien die Organisation rund um das Lebensende übernehmen. Sie wollen vorsorgen, ordnen und entlasten – ein Ausdruck von Fürsorge, der über den Tod hinauswirkt.

„Es gibt ihnen Ruhe zu wissen, dass alles geregelt ist“

Irene Christof von der Caritas Hospiz Vorarlberg beobachtet das in ihrer täglichen Arbeit:

„Viele Frauen möchten vermeiden, dass ihre Kinder später unter Zeitdruck Entscheidungen treffen müssen. Es gibt ihnen Ruhe zu wissen, dass danach alles geregelt ist – und dass sie organisatorisch niemandem zur Last fallen.“

Vorsorge werde so zu einem verantwortungsbewussten Akt – und zugleich zu einer inneren Entlastung.

Entlasten statt belasten

Auch Julia Christ aus unserem Team erlebt dieses Muster immer wieder. In Gesprächen mit Paaren sind es häufig die Frauen, die das Thema ansprechen und konkrete Schritte einleiten. Sie denken pragmatisch – an weit verstreute Kinder, volle Terminkalender und die Realität moderner Familien, in denen klassische Grabpflege kaum noch umsetzbar ist.

„Oft sagen mir Frauen ganz offen: ‘Ich möchte nicht, dass meine Kinder später zwischen Job, Familie und Wohnort noch ein Grab betreuen müssen.’ Viele Angehörige leben heute in unterschiedlichen Bundesländern oder sogar im Ausland. Der Wald nimmt diesen Druck heraus. Die Natur kümmert sich – und die Familie darf einfach kommen, wann immer sie will. Genau das ist vielen Frauen der entscheidende Punkt: Sie wollen entlasten, nicht belasten.“

Ein Ort, der sich richtig anfühlt

Ein sehr persönliches Beispiel ist Eva Graf, die erste Vorsorgekundin im Klosterwald St. Pölten. Bei einem Spaziergang nahe der Ochsenburg wurde sie auf den Wald aufmerksam.

„Ich habe mich sofort geborgen gefühlt. Da war dieses klare Gefühl: Hier gehöre ich einmal hin“, erzählt sie.

Unter einer Buche hat sie ihren Platz ausgesucht – mit dem Wunsch, später niemandem zur Belastung zu werden, sondern einen Ort zu hinterlassen, der für Ruhe steht.

Wenn Klarheit Raum für Trauer schafft

In ihrem Berufsalltag bei Bestattung Benu bestätigt Elisabeth Schebek dieses Bild: „In den meisten Fällen sitzen Lebenspartnerinnen, Ehefrauen oder Töchter mit mir am Tisch und gestalten die Verabschiedung“, erzählt sie. Wie groß die Verunsicherung ist, zeigt sich vor allem dann, wenn im Vorfeld keine Vorsorge getroffen und nie offen über Wünsche gesprochen wurde. „Die Angehörigen möchten alles richtig machen – aber sie wissen nicht, ob sie im Sinne des Verstorbenen entscheiden. Dieser innere Konflikt ist oft deutlich spürbar“, so Schebek.

Trauerrednerin Katharina Hangel, die im Klosterwald viele Familien begleitet hat, beschreibt, wie befreiend Klarheit ist: Wenn bereits zu Lebzeiten alles festgelegt wurde, verändere sich die Atmosphäre. „Wenn niemand mehr darüber nachdenken muss, ob die Entscheidung richtig war, entsteht Raum für echte Trauer“, sagt sie. Die Natur schenkt den Rahmen, in dem die Hinterbliebenen einfach nur da sein dürfen – „ein Abschied, der ganz dem Moment gehört.“

Weltfrauentag: Verantwortung als gelebte Stärke

Gerade rund um den Weltfrauentag wird so ein oft übersehener Aspekt weiblicher Stärke sichtbar: Verantwortung übernehmen – auch für den letzten Abschnitt des Lebens. Vorsorge ist kein Tabu. Sie ist Selbstbestimmung. Und sie ist Fürsorge.

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